Wolf und Giraffe: die zwei Sprachen der Gewaltfreien Kommunikation
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Wer zum ersten Mal in ein GFK-Seminar kommt, wundert sich manchmal: Warum liegen hier Giraffen und Wölfe herum? Die beiden Tiere sind kein Kinderkram, sondern ein Bild, das Marshall Rosenberg der Gewaltfreien Kommunikation mitgegeben hat. Und es trägt weit.
Die Giraffe: das Tier mit dem großen Herzen
Die Giraffe trägt, so erzählt es die GFK, das größte Herz unter den Landtieren, und sie trägt es hoch. Ihr langer Hals gibt Überblick. In der Gewaltfreien Kommunikation steht sie für eine Sprache, die bei sich bleibt: Ich sage, was ich beobachte, wie ich mich fühle, was ich brauche, und worum ich bitte. Nichts davon ist weich gespült. Giraffensprache kann sehr klar und sehr ehrlich sein. Sie verzichtet nur auf den Vorwurf.
Der Wolf: nicht der Böse, sondern der Verzweifelte
Der Wolf urteilt, fordert, droht. „Immer", „nie", „typisch", „selbst schuld". Es wäre leicht, ihn zum Bösewicht zu machen. In der GFK ist er das nicht. Hinter jedem Wolfssatz steckt ein unerfülltes Bedürfnis, das sich nur ungeschickt Luft macht. Wer den Wolf hört, ohne zurückzubeißen, findet meistens genau dieses Bedürfnis.
Beide wohnen in uns
Das ist der eigentliche Punkt: Es geht nicht darum, ein guter Giraffenmensch zu werden und den Wolf loszuwerden. Beide sind da. Die Übung besteht darin, den Wolf zu übersetzen, im anderen und in sich selbst. Handpuppen, Karten und Bodenmatten sind dafür nur Werkzeuge. Sie machen sichtbar, was im Streit sonst schnell untergeht.